Tagesbeobachtung von Jupiter- ein Beobachtungsbericht

Die Möglichkeit gewisse Planeten und Sterne am Tag zu beobachten, fasziniert mich schon eine ganze Weile! Das erste Mal hat mich ein Freund darauf aufmerksam gemacht. Er ist Hobbyastronom aus und mit Leidenschaft. Bei ihm konnte ich Venus, Jupiter, sogar Saturn und Kapella (Hauptstern im Sternbild Fuhrmann) durchs Fernrohr, am Tag, beobachten. Seitdem versuche ich immer wieder mal Venus mit bloßem Auge zu erwischen. Venus eignet sich dabei am besten. Sie ist auch am Tag sehr hell am Himmel zu sehen. Vorausgesetzt sie ist weit genug von der Sonne entfernt.

Vor kurzem las ich einen Artikel, in der Monatsschrift „Meteoros“ (Nr. 10/2015 S.260), genau zu diesem Thema. Ich mach das gerne mal, alte Artikel, zu bestimmten Themen ,nochmals auszugraben und darin zu schmökern. Dies spornte mich an, genau es Herrn Christoph Gerber (Mitglied im AKM) gleich zu tun und Jupiter am Taghimmel zu beobachten. Dies stellte ich den Mitgliedern meines Vereins , der Gesellschafft für astronomischen Bildung e.V. , zu unserem Freitag-lichen Vereinstreffen vor. Ich glaube ich bin damit auf offene Ohren gestoßen.

Aktuell (08/2019) geht Jupiter erst am späten Nachmittag auf. Das Wetter spielt zwar mit, aber am Tag ist es doch Recht diesig und der Horizont zeigt sich recht wolkig . Also verlagere ich die Beobachtung in den frühen Abend ( Sonnenuntergang gegen 20:15Uhr MESZ). Um die Aufgabe zu meistern bediene ich mich ein paar Hilfsmitteln: Stellarium, Mobile Observatory, einem Fotostativ, einem Peilkompass mit Neigungsmesser und einem kleinem Monokular. Als erstes stellt man die Position des Jupiter am Himmel fest. Wichtig hierbei, das Azimut und die Höhe.

Screenshot mobile Observatory

Screenshot mobile Observatory

Wir suchten uns einen geeigneten Beobachtungsplatz und schraubten den Peilkompass auf das Fotostativ, stellen die Koordinaten ein und…Nichts…

Zur Erklärung: man peilt über den Kompass und schaut somit in die Richtung , am Himmel ,zu den angegeben Koordinaten und somit dahin, wo sich das gesuchte Objekt, zu diesem Zeitpunkt, befinden soll. (so die erdachte Theorie)

Bild: Phillip Lühr

Bild: Phillip Lühr


Bild: Stefan Lorenz

Bild: Stefan Lorenz

…war es doch zu diesig? War Jupiter zu diesem Zeitpunkt nicht hell genug? Um diese Fragen zu beantworten nahmen wir ein Monokular zur Hilfe. Man stellt die Optik an einem weit entfernten Objekt scharf und peilt damit in die Richtung, wo auch der Kompass hinzeigt. Und siehe da, nach kurzem absuchen des Himmels, war Jupiter in der Optik zu sehen! Jetzt bloß ihn nicht wieder verlieren! Das Auge vom Okular genommen, über die Optik gepeilt und siehe da:

Jupiter am Taghimmel, mit bloßem Auge!!

Bild: Stefan Lorenz

Bild: Stefan Lorenz

Sogar Saturn konnten wir so finden! Obwohl die Sonne erst am untergehen war! Am nächsten Tag wiederholte ich die Beobachtung des Jupiter. Mit dem gleichem erfolgreichen Ergebnis. Probiert die Sache einfach mal aus. Es macht verdammt viel Spaß! Gerade wenn man mit einer Gruppe beobachtet! Da kann man auch einen kleinen Wettbewerb daraus veranstalten:

Wer findet Jupiter am Taghimmel am schnellsten?