Tag- und Gewitterbeobachtung am 01. April 2017

Am Samstag, den 01. April 2017, lockte mich das schöne Wetter auf meinen Balkon. Die Sonne schien, und wenn das Wetter gehalten hätte, wäre das auch bestimmt ein guter Beobachtungsabend geworden. Doch gegen Abend zogen am Horizont dicke Gewitterwolken auf.

 

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Weil aber den ganzen Tag schönes Wetter war, entschloss ich mich, bereits den Vormittag auf meinem Balkon zu verbringen. Hier mal ein Eindruck davon:

 

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Wie auf dem Bild auch zu erkennen ist, war die Bewölkung nicht ganz ideal. Trotz der leichten Schleierwolken wollte ich aber trotzdem mal wieder am Tag beobachten (es ist einfach wärmer und nicht so dunkel, was sich auch immer positiv auf’s Gemüt auswirkt). Also habe ich mein Teleskop aufgestellt.

 

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Als erstes Stand die Beobachtung der Sonne auf dem Plan. Natürlich nur mit einem geeigneten und speziell dafür ausgelegten Sonnenfilter.

 

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Diese Sonnenfilter lassen nur einen Bruchteil des Lichtes durch und bestehen aus einer beidseitig metallbedampften Kunststofffolie. Sollte mal eine der Seiten leicht beschädigt sein, gibt es so sicherheitshalber noch die dünne Metallschicht auf der anderen Seite. Trotzdem sollte man den Filter IMMER vorher auf Beschädigungen überprüfen und ggf. auswechseln.

 

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Eigentlich sieht die Sonne dadurch weiß aus. Der Wohnblock im Filter steht eigentlich im Norden und wird durch die metallbedampfte Oberfläche zufällig eingespiegelt. Damit die Sonne im Okular nicht so blass und weiß wirkt, nutze ich gerne einen Orangefilter. Die folgenden Bilder sind mit meinem intelligenten Mobilfunktelephon (von einigen auch als Smartphone bezeichnet) einfach durch das Okular abgelichtet.

 

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Mein Balkon ist gen Osten gerichtet. Mit anderen Worten, kurz nach Mittag verabschiedet sich die Sonne. Aber das Teleskop abbauen und es dabei belassen wollte ich auch nicht, schließlich war für den Abend nochmal schönes Wetter angesagt (zumindest laut meinem Funktelephon). Da hätte ich nur wieder alles aufbauen müssen. Also habe ich mal den Mond anvisiert.

 

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Auf dem Photo kann man mit viel guten Willen schon Krater erkennen, aber visuell waren sie noch wesentlich deutlicher zu sehen. Wie gesagt, es war auch eine leichte Schleierbewölkung zu verzeichnen.

Das Wetter war schön, es war warm und der Mond wurde irgendwann langweilig. Ein Blick auf die drehbare Sternkarte offenbarte, dass zumindest theoretisch Capella von meinem Balkon aus beobachtbar sein müsste. Dieser Stern ist hell genug, dass man ihn auch am Tage mit geeigneter Technik sehen kann.

 

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Neben viel Dreck (dunkle Flecken, jaja, ich müsste mal wieder Okulare putzen) fällt ein kleiner heller Punkt im Himmelblau auf, das ist Capella.

Nachdem ich nun noch weitere Sterne am Taghimmel beobachten konnte, zog sich der Himmel irgendwann so zu, dass ich mich entschloss, erst mal eine Pause zu machen um am Abend fit zu sein. Soweit mein Plan. Von Westen her zogen allerdings dunkle Wolken heran, der Deutsche Wetterdienst hat eine Unwetterwarnung vor Gewittern herausgegeben und ich mein Teleskop nun doch wieder rein geräumt. Das Wetterleuchten war am Himmel schon deutlich zu sehen.

 

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Ich wollte aber verdammt nochmal beobachten. Was war mir eigentlich egal, also habe ich mich mit einem Bier nach draußen gesetzt und mein Glück beim Blitze photographieren probiert.

 

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Irgendwann wurde es mir dann aber doch zu feucht. Die Blitze wurden zwar immer schöner, aber so langsam aber sicher war mir die Sache nicht mehr geheuer. Gut eingeweicht und durch-gefroren ging’s anschließend noch zum Aufwärmen in die Badewanne. Wird Zeit, dass endlich Sommer wird…

Alles in allem ein schöner Beobachtungstag, auch wenn nach Sonnenuntergang unter der dicken Wolkendecke nichts für mein Teleskop zu erspähen war. Ich kann nur jedem wärmstens empfehlen, auch mal den Taghimmel zu beobachten. Es macht unheimlichen Spaß einen Stern im Himmelblau zu finden!

  • keks sagt:

    ich bin ge-flash-t 😉