Sternschnuppen verstecken sich hinter Wolken

Am 12. August 2017 erreichte der Meteorstrom der Perseiden sein Maximum. Trotz des bedeckten Himmels lernten die Besucher einiges über die Himmelsscheibe, Gefahren aus dem All und natürlich über die Perseiden.

Seit Jahren lockt die Arche Nebra viele astronomiebegeisterte Besucher Mitte August auf den Mittelberg zur traditionellen „Langen Nacht der Sternschnuppen“ zum Beobachten der Perseiden. Hier am Fundort der Himmelsscheibe von Nebra genießt man ein ganz besonderes Flair und wandelt bei der Himmelsbeobachtung auf den Spuren unserer Vorväter.

Markierung auf dem Turm am Mittelberg

Wir vom Astroverein Halle waren auch dieses Jahr wieder dabei, um die Veranstaltung mit unserer Teleskopen und unserem Fachwissen zu unterstützen.

„Wer hat denn dieses Wetter bestellt?“

Nachdem wir unsere Technik für die Beobachtung und Präsentation vorbereitet hatten, brauchten wir nur noch auf zwei Dinge zu warten: auf die Gäste, die während einer geführten Wanderung noch die verschiedenen Fundorte auf dem Mittelberg besichtigten, und auf einen freien Blick auf den Sternenhimmel, der versteckte sich noch hinter einer dicken Wolkendecke versteckte.

Knapp die Hälfte der ursprünglich 40 Gäste ließ sich die Gute Laune trotz des schlechten Wetters nicht nehmen, wartete auf den Sonnenuntergang oder genossen den einzigartigen Blick vom Aussichtsturm. Doch die Wiese, auf der sich in den vergangenen Jahren die Besucher voller Vorfreude auf die Sternschnuppen niederließen, blieb dieses Jahr verlassen. Statt die Picknickdecken auf dem Boden auszubreiten, legte man sie sich als wärmende Mäntel um, da mittlerweile ein frischer Wind für zusätzlichen Frust sorgte.

Aufbau der Teleskope

„Und Alle zusammen: „Ohhh!“

Unser geplantes Programm lief ungeachtet des bedeckten Himmels weiter. Die Teleskope wurden eingerichtet und man beantwortete den Besuchern viele interessante, astronomische Fragen. Mit einer kurzen Verzögerung begeisterten dann auch Keks und Bernd in einem spannenden Vortrag über die Entstehung der Perseiden all diejenigen, die in der Kälte ausharrten, um vielleicht doch noch eine Wolkenlücke zu erwischen und so einen kurzen Blick auf die erhofften Sternschnuppen zu erhaschen. Dabei wurde auch gleich in einem gemeinsamen Sprechchor mit dem Publikum für den Ernstfall geprobt. Wenn man eine Sternschnuppe entdeckt, lehnt man den Kopf zur Seite und seufzt zufrieden ein lautes „Ohhh!“.

„Wollen wir die Teleskope wieder aufbauen?“

Da noch immer keine Sterne in Sicht waren, traten die Besucher den Heimweg an, denn bis zu ihren Autos lag noch eine Wanderung von 3km vor ihnen. Auch wir packten unsere Teleskope zusammen und trösteten uns mit dem Gedanken, heute wenigstens nicht allzu spät nach Hause zu kommen. Da riss die Wolkendecke auf. Für einen kurzen Moment gaben die Wolken gerade soviel vom Himmel frei, um die Perseiden ohne störendes Mondlicht beobachten zu können. Zwar hatten die Besucher nichts mehr davon, doch so wurden wenigstens wir für unsere Mühen entlohnt.

Perseiden 2012

Und so konnten wir doch noch ein oder zwei Sternschnuppen sehen. Was ich mir gewünscht habe, bleibt natürlich mein Geheimnis. Aber soviel sei verraten: ob mein Wunsch in Erfüllung geht, können wir gemeinsam nächstes Jahr im August auf dem Mittelberg herausfinden.

P.S.: Das Maximum ist zwar vorbei, doch lassen sich in den nächsten Nächten noch viele Perseiden beobachten. Ein Blick lohnt sich!