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| Roter Mond | ||
| Die totale Mondfinsternis am 3. März 2007 |
In der Nacht vom 3. auf den 4. März 2007 wandert der Mond durch den Schatten der Erde. Diese totale Mondfinsternis ist die einzige, die wir im Jahr 2007 von Deutschland aus beobachten können. Sie findet in einer Nacht von Sonnabend zu Sonntag statt; am Planetarium Halle wird es eine öffentliche Beobachtung geben.
Die Finsternis beobachten
Die Daten im Überblick
Fotografie / Danjon-Skala
Die Finsternis am Planetarium Halle beobachten
Plan B - Webcasts bei schlechtem Wetter
Die Finsternis vom 8./9. November 2003, zur Mitte der Totalität.
Ein ähnlicher Anblick erwartet uns am 3. März 2007.
© Marc Weihrauch / GaB e.V.
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Alles wichtige über die Mondfinsternis auf einen Blick: Der Weg des Mondes durch den Erdschatten, der Sichtbarkeitsbereich der Finsternis und die wichtigsten Daten. Mit freundlicher Genehmigung von Fred Espenak, NASA/GSFC |
In der Nacht vom 3. zum 4. März 2007 kann man von ganz Europa aus eine totale
Mondfinsternis beobachten, und zwar zu einer relativ angenehmen Zeit: Der Höhepunkt
der Finsternis ereignet sich kurz nach Mitternacht MEZ. Das ganze Schauspiel beginnt recht unscheinbar, wenn der Mond um 21.18 Uhr MEZ in den Halbschatten der Erde eintritt. Davon bemerkt man zunächst gar nichts. Erst gegen 22.00 Uhr dürften aufmerksame Beobachter feststellen, dass etwas im Gange ist. Der Vollmond strahlt dann nicht mehr ganz so grell vom Himmel. Vor allem macht sich ein Helligkeitsunterschied bemerkbar: Der Ostrand des Mondes (um diese Zeit "links unten") steht schon tief im Halbschatten und erscheint etwas dunkler als der Westrand ("rechts oben"), der noch volles Sonnenlicht erhält. Wer die Augen nicht wirklich offen hält, der wird von diesen feinen Veränderungen nichts mitbekommen. Etwa eine halbe Stunde später geht es richtig los. Um 22.30 Uhr tritt der Mond in den Kernschatten der Erde ein. Das ist der Bereich, in den gar kein direktes Sonnenlicht mehr fällt. Immer tiefer dringt der Mond in den Schatten vor und wird dadurch immer weiter verdunkelt. Die Totalität beginnt um 23.44 Uhr. Jetzt steht der Mond ganz im Schatten der Erde und bekommt überhaupt kein direktes Sonnenlicht mehr. Nur die Erdatmosphäre, die wie eine gigantische Linse wirkt, lenkt noch ein wenig Licht auf den Mond und lässt ihn schwach rötlich schimmern. Wahrscheinlich wird dieses Restlicht vor allem zur Finsternismitte relativ dunkel sein, weil sich der Mond diesmal dem Zentrum des Erdschattens weit nähert. Er zieht knapp nördlich am Zentrum des Schattens vorbei, so dass zur Mitte der Finternis um 0.21 Uhr der Südrand des Mondes viel dunkler aussehen wird als der Nordrand. Trotzdem ist nur mit einer mitteldunklen Finsternis zu rechnen. Zwar können starke Vulkanausbrüche dafür sorgen, dass der Mond während einer Finsternis praktisch unsichtbar wird, aber solche großen Ausbrüche hat es in der letzten Zeit nicht gegeben. Da der Mond fast mittig durch den Erdschatten läuft, wird sich sein Aussehen auch während der Totalität stark verändern: Zu Beginn wird ein heller Streifen im Nordosten des Mondes sichtbar sein, der zur Finsternismitte langsam verblasst. Gegen Ende der totalen Phase wird sich dagegen ein heller Streifen im Nordwesten des Mondes bilden. Etwa 72 Minuten dauert diesmal die Totalität. Sie endet um 0.58 Uhr. Zu dieser Zeit bekommt der erste Punkt auf der Mondoberfläche wieder direktes Sonnenlicht. |
Um 2.11 Uhr hat der Mond den Kernschatten ganz verlassen. Nur der Halbschatten der Erde lässt ihn jetzt noch ein wenig dunkler als sonst scheinen. Um 3.24 Uhr hat der Mond auch den Halbschatten verlassen und strahlt wieder als gewöhnlicher Vollmond.
Die Position des Mondes während der Finsternis am Himmel ist diesmal für Mitteleuropäer optimal: Zu Beginn der Finsternis steht der Mond im Südosten. Er kulminiert etwa zur Finsternismitte, steht also mitten in der Totalität im Süden und erreicht dabei seine größte Höhe über dem Horizont in dieser Nacht. Bis zum Ende der Finsternis erreicht er den Südwesten. Er durchstreift außerdem eine hübesche Himmelsgegend, den er zieht während der Finsternis durch das markante Frühlingssternbild Löwe. Er steht etwa zu Füßen des Löwen, zwischen Regulus und Saturn auf der einen und Denebola auf der anderen Seite.
Um eine Mondfinsternis zu beobachten, brauchen Sie kein Fernrohr. Schon mit dem bloßen Auge oder mit einem Feldstecher können Sie das Schauspiel verfolgen. Auch ein Schutzfilter wie bei der Sonnenbeobachtung brauchen Sie natürlich nicht, denn der Mond scheint nie so hell, dass er den Augen gefährlich werden könnte. Sie müssen also einfach nur zur Zeit der Finsternis nach draussen gehen und zum Mond schauen - das ist alles!
Die wichtigsten Daten im Überblick
(alle Zeiten in MEZ; Auf- und Untergangszeiten, Kulminationszeit sowie Mondhöhe für Halle berechnet)
| Zeit | Mondhöhe | Ereignis |
|---|---|---|
| 21:18:11 | 32° |
Beginn der Halbschattenfinsternis Der Mond tritt in den Halbschatten der Erde ein. |
| 22:30:22 | 40° |
Beginn der partiellen Finsternis Der Mond tritt in den Kernschatten der Erde ein. Die Verdunkelung wird auffällig, ein immer größeres Stück des Mondes "fehlt". |
| 23:44:13 | 44° |
Beginn der totalen Finsternis Der Mond steht jetzt ganz im Kernschatten und schimmert rötlich. |
| 00:20:56 | 45° |
Größte Finsternis Der Mond steht jetzt am tiefsten im Erdschatten. Wahrscheinlich ist sein Südrand (um diese Zeit "unten") erheblich dunkler als sein Nordrand. |
| 00:25 | 45° |
Kulmination des Mondes Der Mond steht genau im Süden und erreicht damit seine gröszlig;te Höhe in dieser Nacht. |
| 00:57:37 | 44° |
Ende der totalen Finsternis Der Mond steht nicht mehr vollständig im Kernschatten. |
| 02:11:28 | 40° |
Ende der partiellen Finsternis Der Mond hat den Kernschatten ganz verlassen. |
| 03:23:44 | 32° |
Ende der Halbschattenfinsternis Der Mond hat auch den Halbschatten verlassen. |
Wollen Sie mehr tun, als die Finsternis "nur" zu beobachten? Dann können Sie versuchen, eigene Fotos aufzunehmen oder einen Wert auf der Danjon-Skala zu schätzen. Dabei ordnet man der Finsternis einen Wert zwischen 0 und 4 zu - je dunkler der Mond in der Totalität ist, desto kleiner ist der Danjon-Wert. Solche Schätzungen machen es einfacher, verschiedene Mondfinsternisse miteinander zu vergleichen. Außerdem benötigt man den Danjon-Wert, um die Belichtungszeit für den "Roten Mond" zu ermitteln.
Da sich die Helligkeit des Mondes während der Totalität verändert, sollte man diese Einschätzung mehrmals vornehmen: Zu Beginn, zur Mitte und zum Ende der Totalität. Notieren Sie sich jeweils die Uhrzeit und den geschätzten Danjon-Wert. Falls Sie durch ein Fernglas oder ein Teleskop geschaut haben, notieren Sie auch dessen technische Daten. Ihre Beobachtungen können dann sogar in wissenschaftlichen Projekten verwertet werden. So nimmt z.B. Dr. Richard Keen von der University of Colorado, Boulder Danjon-Schätzungen entgegen - er untersucht den Einfluss von Vulkanausbrüchen auf die Erdatmosphäre. Auch bei der amerikanischen Astronomiezeitschrift Sky & Telescope freut man sich über Beobachtungsmeldungen (bitte Namen und Anschrift mit angeben).
Eine ausführliche Beschreibung der Danjon-Skala finden Sie hier (Englisch). Eine deutsche Übersetzung der Kriterien für die fünf Stufen können Sie hier herunterladen.
Eine gute Anleitung zur Finsternisfotografie ist hier zu finden (Englisch). Es werden verschiedene Techniken beschrieben, so dass nicht nur Telekopbesitzer zum Zug kommen. Besonders hilfreich ist dabei diese Belichtungstabelle.
Die Finsternis am Planetarium Halle beobachten
Die Gesellschaft für astronomische Bildung e.V. lädt zu einer Beobachtung der Finsternis in das Planetarium Halle auf der Peißnitz ein. Wer die Finsternis gemeinsam mit anderen Sternfreunden erleben und vielleicht auch den einen oder anderen Blick durch ein Teleskop werfen möchte, ist hier an der richtigen Adresse. Vor Beginn der Finsternis gibt es noch ein Vortrag im Kuppelsaal des Planetariums. Dabei werden die wichtigsten Daten der Finsternis noch einmal vorgestellt, es gibt Tricks und Kniffe für die Beobachtung und mehr.
Plan B - Webcasts bei schlechtem Wetter
Wenn Wolken den Himmel bedecken, kann man die Finsternis natürlich nicht mehr live sehen. Als kleiner Trost bleibt die Möglichkeit, die Finsternis wenigstens über einen Webcast zu verfolgen, also über eine Live-Übertragung im Internet. Eine gute Sammlung von Webcasts zu dieser Finsternis finden Sie bei ASTRONET von Carl Koppeschaar aus den Niederlanden: Webcasts. Nach der Finsternis dürften viele dieser Seiten auch Bilder des Ereignisses für Sie bereit halten.
Text: © Marc Weihrauch / GaB e.V., Grafik und Berechnungen des Finsternisverlaufs mit freundlicher Genehmigung von Fred Espenak, NASA/GSFC