Die Dunkelheit ist schwarz-weiß!

Diesen Ausspruch haben Sie vielleicht schon mal gehört: Nachts sind alle Katzen grau. Es steckt wohl mehr Wahrheit darin, als die meisten Menschen vermuten und Schuld ist unsere Netzhaut.

Dunkelheit ist schwarz-weiss

© Angel

Die menschliche Netzhaut besteht aus unzähligen Zellen wie zum Beispiel den Fotorezeptoren. Diese werden unterteilt in die so genannten Stäbchen und Zapfen. Ohne diese Zellen wäre es dem Mensch nicht möglich zu sehen.

Während die verschiedenen Zapfen für das photopische Sehen, d.h. das Farbsehen verantwortlich sind, sorgen die Stäbchen dafür, dass wir auch bei geringer Beleuchtung noch unsere Umgebung wahrnehmen können (skotopisches Sehen). Da die Stäbchen aber nur auf einen sehr kleinen Frequenzbereich des Lichtes reagieren, erlauben sie keine Farbwahrnehmung. So kommt uns unsere Umgebung nachts schwarz-weiß  oder besser einfarbig vor. Am sensibelsten reagieren die Stäbchen auf blau-grünes Licht im Wellenlängenbereich von 500nm. Für zum Beispiel rotes Licht, d.h. Wellenlängen von etwa 700nm, sind sie dagegen relativ unempfindlich.

Dieses Wissen wird gern bei astronomischen Beobachtungen - insbesondere leuchtschwacher Objekte - genutzt, sodass man hier als Beleuchtung ausschlieߟlich rot leuchtende Lampen verwendet. Denn die Gewöhnung des Auges an Dunkelheit ist ein sehr langsam ablaufender Prozess. Die  Anpassung an Helligkeit findet dagegen sehr schnell statt, sodass man es tunlichst vermeiden sollte, mit starkem (blau-weißen) Licht in Kontakt zu kommen, welches die vorherige Dunkeladaptation  zunichtemachen würde. Manch ein Astrofotograf geht derweil lieber auf Nummer sicher und schützt sein Beobachtungsauge für jeglichen Licheinstrahlungen mit einer Augenklappe.