Das Zodiakallicht

Zodiakallicht am Abendhimmel nach einer Zeichnung von Étienne Léopold Trouvelot (1827-1895)

Das Zodiakallicht ist ein astronomisches Phänomen, das wir heutzutage durch Lichtverschmutzung nicht mehr beobachten können. Es ist eine von alters her vertraute Lichterscheinung, die wir in Deutschland nur noch in den Alpenregionen oder in dunklen Regionen der Mecklenburgische Seenplatte oder der Rhön wahrnehmen können.

In unserer kunstlichtüberfluteten modernen Gesellschaft hat kaum ein Mensch mehr Erfahrung mit den vielfältigen Erscheinungen des natürlichen Nachthimmels, wie der des Zodiakallichtes.

Das Zodiakallicht ist ein Lichtschein, den wir nach Sonnenuntergang im Westen oder vor Sonnenaufgang im Osten beobachten können. Genau dann, wenn die Ekliptik am jeweiligen Horizont steil in den Himmel ragt. In unseren Breiten ist das im Februar bis März am morgendlichen Osthorizont, im September bis Oktober am abendlichen Westhorizont der Fall. Am Äquator lässt sich das Zodiakallicht das ganze Jahr über beobachten, weil die Ekliptik immer steil in den Himmel zeigt. Es bedarf einiger Erfahrung, um als Beobachter das Zodiakallicht von der Dämmerung unterscheiden zu können. Charakteristisch ist ein breiter, diffus scheinender Lichtkegel, der vom Horizont ausgehend nach oben ragt. Dieser Kegel verläuft symmetrisch gebogen die Ekliptik entlang. Dieser Kegel weißt keine scharfabgegrenzten Ränder auf und auch seine Spitze geht nahtlos in das Hintergrundlicht des Nachthimmels über.

In Wirklichkeit setzt sich der schmale Kegel in eine Lichtbrücke - dem sogenannten Zodiakalband - über die gesamte Ekliptik, durch die Tierkreissternbilder fort. Dies ist auch der Namensgeber dieser Erscheinung, griech. Zodiòn = Tierkreiszeichen.

Die Ursache für diese Erscheinung sind winzige Staubteilchen im interplanetaren Raum. Diese Partikel entstehen durch ständige Kollisionen durch Meteoriten, kleinen Asteroiden und Kometenstaub. Die nur wenige Mikrometer großen Partikel streuen das Sonnenlicht und erzeugen so den kegelförmigen und bandförmigen Lichtschein entlang der Ekliptik. Direkt gegenüber der Sonne, bei einer Elongation von 180°, kann man eine Verbreiterung und Aufhellung des Zodiakalbandes beobachten. Der Gegenschein. Staubteilchen die sich dort befinden reflektieren das Sonnenlicht direkt zurück. Den Gegenschein zu beobachten ist eine Herausforderung für sich. Hierzu braucht es perfekte Wetterbedingungen und einen sehr dunklen Himmel abseits von Städten.

Die beste Zeit um nach dem Hauptkegel des Zodiakallichts Ausschau zu halten, ist gegen Mitternacht. In dieser Zeit schneidet das Zodiakallicht den Himmelsmeridian.  Das ist die Zeit der dunkelsten Nacht und das Zodiakallicht hat den höchsten Punkt am Himmel erreicht. Horizontnahe atmosphärische Effekte, wie Wolken und Luftfeuchtigkeit stören hier weniger. Das Zodiakallicht kann eine beachtliche Helligkeit erreichen und ähnlich hell wie die Milchstraße werden. Es gibt Berichte, dass die Leuchterscheinung des Zodiakallichts, wie auch die Milchstraße, Objekte Schatten werfen lässt!